Erstellt am:
13. November 2018

Verantwortung zu übernehmen bedeutet zu erinnern

Foto: Land Tirol

Land Tirol fördert Schulexkursionen zur KZ-Gedenkstätte Mauthausen

Auf gemeinsamen Antrag von LH Günther Platter und Bildungslandesrätin Beate Palfrader hat die Tiroler Landesregierung heute beschlossen, Exkursionen zur KZ-Gedenkstätte Mauthausen für Schülerinnen und Schüler der siebten und achten Schulstufe der Neuen Mittelschulen zu fördern. Bis zu 300.000 Euro stehen ab dem Jahr 2019 jährlich dafür zur Verfügung. "Die Exkursionen dienen dazu, Einblicke in dieses dunkle Kapitel unserer Geschichte zu gewinnen und die Gräuel des NS-Regimes nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Verantwortung zu übernehmen bedeutet für uns als Land auch, zu erinnern ", erklärt LH Platter den Hintergrund dieser Landesförderung.

Mehrere Mitglieder der Tiroler Landesregierung waren erst vergangene Woche im Rahmen einer Gedenkreise in Israel. Dabei trafen sie unter anderem auch Überlebende des Holocaust, die ihre persönliche Lebensgeschichte eindrücklich schilderten: "Die Schicksale dieser noch lebenden, letzten Zeitzeugen haben mich sehr berührt und betroffen gemacht. Nie mehr wieder darf derartiger Hass unsere Herzen füllen, nie wieder dürfen sich solche unmenschlichen Verbrechen wiederholen", betont der Landeshauptmann.

Auch für LRin Beate Palfrader steht die Bedeutung der Mauthausen-Exkursionen außer Frage: "Die Erfahrungen und Eindrücke dieser Exkursionen sollen als Anstoß für historisches Lernen durch Empathie, kritisches Nachdenken und Reflektieren dienen. Die wesentliche Auf- und Nachbearbeitung der Informationen und Erfahrungen wird innerhalb des Schulunterrichts vorgenommen."

Die KZ-Gedenkstätte Mauthausen ist für die historisch-politische Bildung von großer Bedeutung. "Das Lernen aus der Vergangenheit für eine friedliche gemeinsame Zukunft sollte das erklärte Ziel einer zivilisierten Gesellschaft sein. Die unmittelbare Auseinandersetzung mit Geschichte hinterlässt einen bleibenden Eindruck und ist oft einprägsamer als der reguläre Schulunterricht. Daher ist es wichtig, dass unsere Jugend die Möglichkeit bekommt sich bei einem Besuch in Mauthausen ein Bild zu machen", sagt LHStvin Ingrid Felipe.

Über die KZ-Gedenkstätte Mauthausen

Nach Beginn des Zweiten Weltkrieges wurden Menschen aus ganz Europa hierher verschleppt. Mauthausen war in dieser Phase eines der Lager mit den härtesten Haftbedingungen und der höchsten Todesrate. Das KZ Mauthausen war von 1938 bis 1945 Mittelpunkt eines Systems von mehr als 40 Außenlagern und der zentrale Ort politischer, sozialer und rassistischer Verfolgung durch das NS-Regime auf österreichischem Territorium. Von den insgesamt etwa 190.000 hier inhaftierten Menschen wurden mindestens 90.000 getötet.

Sensibilisierung von Jugendlichen fördern, Demokratie stärken

"Die Jugend ist unsere Zukunft - ihre Werte und Einstellungen sind wesentlich für den Erhalt des Friedens", betonen LH Platter und LRin Palfrader unisono, weshalb die Sensibilisierung gegenüber nationalsozialistischer Wiederbetätigung, Antisemitismus, Rassismus, Diskriminierung von Minderheiten und Demokratiefeindlichkeit wesentlich ist. (Quelle: Land Tirol)


Erstellt am 13. November 2018, um 14:28 Uhr

 

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